Föderation der cluniazensischen Orte strebt Anerkennung als Weltkulturerbe an

Bei der jüngsten Sitzung der Föderation der europäischen cluniazensischen Orte war u. a. Thema, ob sich die Föderation um die Anerkennung als Weltkulturerbe bei der UNESCO bemüht. Dadurch, dass die cluniazensischen Orte auf einer europäischen Religions- und Geistestradition beruhen, das es auch als gemeinsames kulturelles Erbe zu wahren gilt, möchte man sich um die Anerkennung als Weltkulturerbe bemühen. Dies bedeutet, dass man auch für eine größere Anerkennung als Träger einer Jahrhunderte alten gemeinsamen europäischen Geistesgeschichte, die auf der abendländischen Religionsgeschichte beruht, gestärkt und gefördert haben möchte. Die Föderation und die mit ihr verbundenen Kommunen, als Standorte von Klosteranlagen und Kirchenbauten, die sich in früheren Zeiten dieser Tradition und Religionsphilosophie angeschlossen haben, würden dadurch auch aufgewertet werden.
Aus diesem Grunde schlug Bürgermeister Reiner Ullrich, als Verwaltungsrat und Vertreter der deutschen cluniazensischen Kommunen, vor, bei einer vorzunehmenden Bewerbung ausgewählte Orte mit den entsprechenden kirchlichen Baudenkmälern als Referenz für die gesamte Föderation mit aufzunehmen und herauszustellen. Mit dieser Initiative könnten dann auch Klosteranlagen und Klosterbauten dieser Referenzorte - somit auch Alpirsbach - mittelbar die Anerkennung als Weltkulturerbe erlangen. Nach kurzer Diskussion wurde dieser Vorschlag in die weiteren Überlegungen als innovativer Beitrag aufgenommen.
Beim kommenden Treffen der baden-württembergischen und somit der deutschen Mitgliedsorte mit dem Vorstand der Föderation wird im April darüber beraten. Hierzu soll die Föderation dann eine gemeinsame Position der deutschen Mitgliedskommunen erörtert und gegebenenfalls formuliert werden.
Neben diesem Thema beschäftigte sich der Verwaltungsrat noch mit der Bearbeitung einer neuen Satzung, die auf der im Jahr 2010 unterzeichneten Charta stärker beruhen soll. Deshalb ist es umso bedeutender, dass alle Mitglieder in der Föderation diese Charta als die eigentliche Grundlage für das Wirken der Föderation anerkannt haben. Mit den neuen Statuten, die auch die Qualität und Bedeutung der einzelnen Mitglieder differenziert, soll mit mehr Leben erfüllt werden. Für die Stadt Alpirsbach hat im Jahr 2010, dem Jubiläumsjähr „1100 Jahre Abtei Cluny“, Bürgermeister Reiner Ullrich, in Begleitung einer Alpirsbacher Delegation, zusammen mit den anderen Partnern, aus Calw-Hirsau, Bollschweil und Sölden, die Charta mit unterzeichnet. Vorrangig ein Beschluss des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Gemeinderates.
Im Rahmen der Verwaltungsrats-Sitzung wurde noch die Begegnung einer EU-Abgeordneten mit dem Vorstand der Föderation in Straßburg besprochen. Man war sich einig, dass das Treffen und der damit verbundene Gedankenaustausch sehr nützlich waren. Dabei wurde auch positiv vermerkt, dass die Stadt Alpirsbach mit Stadtrat Axel Ebner daran teilnahmen. In diesem Zusammenhang regte Bürgermeister Ullrich an, ein Treffen mit den EU-Abgeordneten aus Baden-Württemberg in Straßburg vorzusehen. Auch diese Anregung wurde positiv aufgenommen.

ClunyMärz(2)
Bei der Verwaltungsrats-Sitzung in Cluny: Bürgermeister Reiner Ullrich und Colette Xavier-Rolai, Vizepräsidentin der Föderation.
Foto: Held