Alpirsbacher Bürgerin erhält Verdienstorden für ihr Lebenswerk

Eine besondere Ehre wurde Else Schwenk-Anger aus Alpirsbach- Ehlenbogen zuteil. Peter Friedrich, Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, überreichte ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die Feierstunde im Haus des Gastes eröffnete musikalisch Sebastian Knab, der Enkel von Frau Schwenk-Anger, mit dem Stück „Oma power“.
Bürgermeister Reiner Ullrich begrüßte anschließend Else Schwenk-Anger mit Familie, den Landesminister Peter Friedrich aus Stuttgart, Reinhard Gaiser, den ersten Landesbeamten des Landkreises Freudenstadt, Emilia Gheorgheoiu, Leiterin der Waisenhäuser in Rumänien, Ortsvorsteher Peter Günther, Ehlenbogen, sowie die anderen anwesenden Ortsvorsteher und Gemeinderäte. Sein Gruß galt auch Peter Dombrowsky, Landrat a. D. sowie Siegfried Knab - beide vertraten das Sulzbergforum Alpirsbach -, Pfarrerin Friederike Schmalfuß, von der ev. Kirchengemeinde Alpirsbach und Rosa Dombrowsky, Vertreterin der kath. Kirchengemeinde Alpirsbach und den Freunden, Geschwistern, Kindern und Enkelkindern von Else Schwenk-Anger.
 
„Ein Kind unserer Stadt  ist Alpirsbach treu geblieben und wird für ihr großes Engagement heute ausgezeichnet. Wir kennen sie als Kinderbuch-Autorin und Verlegerin“, so Bürgermeister Reiner Ullrich bei seinem Grußwort. Gerne erinnert er sich an die Preisverleihung im Jahr 2010 im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Um an der Preisverleihung die Aufwartung der Stadt machen zu können, fuhren Bürgermeister Ullrich und Ortsvorsteher Günther in der Nacht nach Berlin, um nach der Preisverleihung am Nachmittag wieder zurückzufahren. Für das große Engagement erhielt Frau Schwenk-Anger beim Wettbewerb „Was für ein Leben“, in der Kategorie „Engagement“, den ersten Preis, der jährlich von der Wochenzeitung Die ZEIT und dem Deutschen Historischen Museum ausgeschrieben wird. Dieser Preis war mit der Verfilmung ihres Lebens verbunden. Mit dem Film, der nach der Vorführung archiviert wurde, wird die Alpirsbacher Bürgerin auf ewig dokumentiert. Auf die weitere Auszeichnung, in Form des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, von Bundespräsident Joachim Gauck verliehen, steht nun in der Folge der Anerkennung ihres Engagements und als Höhepunkt der Würdigung ihres Wirkens. Bürgermeister Reiner Ullrich gab zum Ausdruck, dass die Stadt Alpirsbach sehr stolz auf Frau Else Schwenk-Anger ist. Zum Schluss nutzte er seine Ansprache, Frau Schwenk-Anger noch nachträglich zum 80. Geburtstag zu gratulieren und ihr alles Gute zu wünschen.
Minister Peter Friedrich freute sich, dass Frau Schwenk-Anger einer schwäbischen Schwarzwaldstadt treu geblieben ist und erwähnte die vielfältigen Begegnungen mit Menschen ihrer Generation, die bescheiden geblieben sind. Nach der Geburt der Kinder wurde sie Kinderbuch-Autorin und Verlegerin. Als die Schicksalsbilder der Waisenkinder um die Welt gingen, fuhr sie 1991 nach Rumänien. Getreu dem Motto: „Not zu sehen ist das eine und etwas zu tun das andere und nicht nur mahnen, sondern selbst tätig zu werden“, hat sie mit Unterstützung von zahlreichen materiellen und finanziellen Spenden zehn Häuser für Familien erbaut sowie eine Schule und eine Arzt- und Zahnarztpraxis. „Für ihr Lebenswerk wird sie zu Recht <Mutter Theresa von Lipova< genannt“, sagte Minister Peter Friedrich bei seiner Laudatio.
In Anerkennung für dieses große Engagement und als Dank für das Wirken und die Menschlichkeit überreichte der Minister Else Schwenk-Anger das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Die Gäste erhoben sich von den Plätzen und applaudierten der Trägerin des Verdienstordens.
„Für den Stadtteil Ehlenbogen ist heute ein besonderer Tag“, sagte Ortsvorsteher Peter Günther bei seinem Grußwort. Von der Töpferei über die Kinderbücher bis zum Kinder-Reigen und den Kauf der Häuser in Rumänien, erwähnte er den großen Ehrgeiz und das Talent der Bürgerin aus Ehlenbogen. Das Buch „muss sei!“ spiegelt in einem Überblick das Leben und Wirken von Frau Schwenk-Anger wider. Ortsvorsteher Peter Günther überbrachte ihr die besten Glück- und Segenswünsche.
Emilia Gheorgheoiu, seit 20 Jahren Leiterin des Hilfswerks „Hora Copiilor“ in Lipova/ Rumänien, bezeichnete Else Schwenk-Anger als eine außergewöhnliche Frau. Die ihr verliehene Auszeichnung für langjährige Dienste gibt Hoffnung auf ein besseres Leben und ist ein ausdrucksvolles Beispiel für ihre Hilfsbereitschaft.
Anschließend bedankte sich Else Schwenk-Anger bei den vielen Menschen, die sie begleitet haben sowie für das gute Miteinander. Zu  ihrem Glück haben ihr verstorbener Mann Werner und die drei Kinder beigetragen. Den Dank spricht sie auch den zahlreichen Fans der Kinderbücher aus und dankt für die Hilfe der Kinder in Rumänien sowie für den göttlichen Beistand, die Kraft und die Gesundheit.

Zum Abschluss der Feierstunde sang Titus Zahn ein Stück, von Werner Schwenk verfasst, das von Sebastian Knab musikalisch begleitet wurde.

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Sebastian Knab hat die Feierstunde musikalisch begleitet
Fotos: Held

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Emilia Gheorgheoiu, Leiterin des Hilfswerks „Hora Copiilor“ bei ihrem Grußwort

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Nach der Übergabe des Verdienstordens (v. rechts): Bürgermeister Reiner Ullrich, Else Schwenk-Anger, Minister Peter Friedrich und Reinhard  Gaiser, Erster Landesbeamter des Landkreises Freudenstadt. Hintere Reihe (von rechts): Ortsvorsteher Peter Günther und Pfarrerin Friederike Schmalfuß.
Fotos: Held