Stadtarchiv seiner Bestimmung übergeben

Nach dem Beschluss des Gemeinderates im September 2010, Räumlichkeiten in der „Alte Oberamtei“ für Archivzwecke anzumieten, wurden diese Räume im vergangenen und in diesem Jahr her- und eingerichtet. Die Dokumente, die vom Rathaus, alten Krankenhaus und den Stadtteilen zu archivieren waren, konnten zentral in diesen Räumen untergebracht werden. Für das Engagement der Mitarbeiter im Bauhof der Stadt Alpirsbach, bei der Erweiterung des Stadtarchivs, bedankt sich Bürgermeister Ullrich. Bei einem Empfang im Sitzungssaal des Rathauses, anlässlich einem „Tag der offenen Tür“, begrüßte Bürgermeister Reiner Ullrich zahlreiche geladene Gäste sowie Frau Dr. Renate Adler, Leiterin des Kreisarchivs Freudenstadt, Frau Ruth Dröschel, Archivarin beim Kreisarchiv Freudenstadt, Dr. Sascha Falk, Leiter der Kreisvolkshochschule Freudenstadt, die Mitglieder des Gemeinderats, die Familie Zizelmann sowie Herrn Michael Rumpf, Leiter des stadtgeschichtlichen Instituts der Stadt Bühl. Bei seinen Grußworten erwähnt Bürgermeister Ullrich, dass es nach dem Landesarchivgesetz eine Pflichtaufgabe für die Kommunen ist, ein Archiv zu führen. Anlässlich dem Jubiläum „100 Jahre Stadtrechte“, im Jahr 1969, wurde der Impuls von außen, durch Karl-Martin Hummel, gegeben, ein Archiv einzurichten. Karl-Martin Hummel hat seinerzeit die Inititative ergriffen und hat in ehrenamtlicher Arbeit mit dem Aufbau des Archivs begonnen, denn ohne ihn wäre das Archiv nicht denkbar. Frau Dr. Renate Adler freut sich, dass in Alpirsbach Bewegung durch die Erweiterung im Stadtarchiv gekommen ist und sie hofft, dass viele Bürger der Stadt Alpirsbach Interesse an dem Stadtarchiv zeigen werden. Ruth Dröschel und Stefan Zizelmann haben das Archiv neu gestaltet und eingerichtet. Auf Einladung von Bürgermeister Ullrich referierte Michael Rumpf, Leiter des stadtgeschichtlichen Instituts der Stadt Bühl, über die Aufgaben und die Bedeutung eines kommunalen Archivs. „Was ein Archiv ist, glaubt eigentlich jeder zu wissen und ich will diese landläufigen Stereotypen hier auch in einigen nicht allzu ernst zu nehmenden Sätzen zusammenfassen“, so der Referent zu Beginn seines Vortrags und gibt dazu folgende Erklärung: Ein Archiv, das ist da wo die vielen alten Bücher sind, zumeist in irgendeinem feuchten Keller oder einem staubigen Dachgeschoss. Gefördert durch eine eindeutige Gesetzgebung in Bundes- und Landesarchivgesetzen, welche festlegte, dass die Gemeinden Archive zu unterhalten haben, begannen die Kommunen, auch im Archivwesen, das jetzt Pflichtaufgabe war, zukunftsbezogen zu arbeiten. Bei seinen weiteren Ausführungen erwähnt der Referent die Archivierung von Dokumenten in früheren Zeiten. Die heutigen Stadtarchive sind Gedächtnis der Stadtgesellschaft und Zeugen ihres Wandels, indem sie z. B. die Überlieferung von Vereinen und Bürgerinitiativen übernehmen und bereitstellen. Die „Pflichtaufgabe“ Archiv bietet einer Kommune zahlreiche Chancen und der Referent fordert die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Alpirsbach auf, ihr Stadtarchiv zu fordern und zu fördern, weil sie dort ihre eigene Geschichte und ihre Identität finden. Im Gegenzug erhalten sie eine Rendite aus Wissen, Erkenntnis und einem kleinen Stückchen Unterhaltung. Für den interessanten und kurzweiligen Vortrag bedankte sich Bürgermeister Ullrich bei Michael Rumpf und überreichte ihm ein Präsent. Im Stadtarchiv gab anschließend Stadtarchivar Dr. Stefan Zizelmann einige Erläuterungen und führte durch das Stadtarchiv. Bürgermeister Ullrich überreichte ihm eine Urkunde mit folgendem Wortlaut: „Am 14. September 2010 beschloss der Stadtrat die Anmietung von Räumlichkeiten in der Alten Oberamtei für Archivzwecke. 2012 und 13 wurden die Räume her- und eingerichtet. Die Archivmaterialien der Stadt wurden zusammengeführt. Der Stadtrat beschloss am 5. März 2013 eine Archivordnung als Satzung. Im Namen der Stadt wird das Stadtarchiv seiner Bestimmung gemäß Landesarchivgesetz übergeben. Alpirsbach, am 24. März 2013, Reiner Ullrich, Bürgermeister“. Anschließend hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, beim „Tag der offenen Tür“, das Stadtarchiv näher kennenzulernen.


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Frau Dr. Renate Adler, Leiterin des Kreisarchivs Freudenstadt, sprach einige Grußworte


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… und Michael Rumpf, Leiter des stadtgeschichtlichen Instituts der Stadt Bühl referierte über die Bedeutung der kommunalen Archive.



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Im Stadtarchiv übergibt Bürgermeister Reiner Ullrich eine Urkunde an Stadtarchivar Dr. Stefan Zizelmann (re.), im Beisein von Michael Rumpf, Leiter des stadtgeschichtlichen Instituts der Stadt Bühl, Dieter Arm-bruster, Fraktionsvorsitzender der SPD, Gerhard Walter, Fraktionsvorsitzender der UBL und Walter Berz, Fraktionsvorsitzender der FWV/CDU (v. li.). Foto: Jürgen Dyba