Reformation im Kloster Alpirsbach

Bei einem Vortrag, im Rahmen der Kulturpartnerschaft mit den Städten Cluny/Frankreich, Calw-Hirsau sowie Sölden und Bollschweil, beschäftigte sich Stadtarchivar Dr. Stefan Zizelmann mit der Einführung der Reformation im Kloster Alpirsbach durch die Herzöge von Württemberg. Bürgermeister Reiner Ullrich begrüßte dazu Pfarrer Horst Schmelzle sowie zahlreiche Gäste im Kapitelsaal der historischen Klosteranlage und erwähnte, dass diese Vortragsreihe Ausdruck der Kulturpartnerschaft ist. Dadurch soll die Klosteranlage auch thematisch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In der Einleitung stellt der Referent fest, dass Alpirsbach eine ungewöhnlich große Kirche hat und man kann sagen, dass hier nicht die Stadt eine Kirche, sondern die Kirche eine Stadt hat und die Kirche beeindruckt noch heute als ein Denkmal asketischer Frömmigkeit. Im mittelalterlichen Schwaben spielten die Klöster eine wichtige Rolle. Durch Schenkungen, Kauf und Tausch konnte das Kloster Alpirsbach seinen Gründungsbesitz erheblich ausweiten. Nach dem Untergang der Staufer haben die Grafen von Württemberg das größe zusammenhängende Territorium Schwabens im 14. und 15. Jhrdt geschaffen und sie sahen die Klöster als Teile ihres Landes an. Der Aufschwung, den das Kloster Alpirsbach infolge der Reform erlebte, schlug sich in den spätgotischen Umbauten der Klausur nieder. Herzog Ulrich, der württembergische Regent in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, war einer der bekanntesten und umstrittensten Herrscher der württembergischen Landesgeschichte. Der zum Protestantismus konvertierte Herzog Ulrich ließ das Alpirsbacher Klostervermögen auflisten und verbot die Veräußerung von Besitz. Die Alpirsbacher Mönche konnten entweder als evangelische Pfarrer in seinen Dienst treten oder sie mussten sich pensionieren lassen. Mit der Einführung der Reformation stellte Ulrich entscheidende Weichen im Erziehungs- und Bildungswesen. Ulrichs Nachfolger Christoph ließ in Alpirsbach, wie auch in anderen württembergischen Männerklöstern evangelische Lateinschulen zur Ausbildung künftiger Theologiestudenten errichten. Zum Schluss bedankte sich Bürgermeister Ullrich bei Stefan Zizelmann für den interessanten Vortrag und überreichte ihm ein Präsent.


Zizelmann


Stadtarchiv Dr. Stefan Zizelmann referierte im Kapitelsaal über das Schicksal des Klosters Alpirsbach im Zeitalter der Reformation