Deutsch-Französische Begegnung in Straßburg

Die Partnerschaft mit Neuville sur Saone besteht nun seit fast 40 Jahren. Beim letzten Treffen im Oktober 2009 wurde eine gemeinsame Begegnung mit Mitgliedern des jeweiligen Gemeinderates in Straßburg vorgeschlagen. Hintergrund des Treffens war neben dem Kennen lernen der kommunalpolitischen Akteure, inwieweit eine Zusammenarbeit auf kommunalpolitischer Ebene und der jeweiligen Stadtverwaltungen bei gemeinsamen Projekten möglich erscheint. Darum war ein zentraler Programmpunkt eine Information beim Euro-Institut in Kehl/Straßburg über die jeweilige Verwaltung, Staatsaufbau und Zuständigkeiten in der öffentlichen Verwaltung. Diese Idee wurde
nun in die Tat umgesetzt. Doch zuvor waren einige Vorbereitungen erforderlich, wie z. B. den Termin und ein für beide Seiten abgestimmtes Programm festzulegen.
Ziel und Zweck der Fahrt nach Straßburg war zunächst das Gespräch mit den EU-Abgeordneten, um Unterstützung für die Partnerschaft in Form von EU-Fördermitteln zu ermöglichen.
Bei der „Europäischen Parlamentarischen Gesellschaft“ im Stadthaus von 1899 trafen sich die Delegationen aus Alpirsbach
und Neuville mit den EU-Abgeordneten Evelyne Gebhardt (SPD), Daniel Caspary (CDU) und Sylvie Guillaume aus Frankreich.
Bei den Gesprächen wurde deutlich, dass auf der europäischen Ebene die Partnerschaft weiter belebt werden kann. In ihren Ausführungen erklärt Gebhardt, dass die Europa-Politik dafür ausgerichtet ist, Menschen zusammenzuführen, wobei die Schulpartnerschaft, die schon sehr lange praktiziert wird, sehr wichtig ist. Für Bürgermeister Ullrich ist der Austausch von Auszubildenden ein wichtiges Element in der Partnerschaft, für die man junge Menschen interessieren kann. Ein wichtiger Vorschlag
ist die ständige Präsentation der Städte vor Ort. Damit kann einem breiteren Bevölkerungskreis die jeweilige Stadt vorgestellt werden. Beim nächsten Maimarkt in Neuville wird Alpirsbach wieder mit dem örtlichen Produkt, dem Bier, vertreten sein.
Ein weiteres Thema waren auch die EU-Dienstleistungs-Richtlinien für den örtlichen Handel und das Handwerk. Daniel Caspary sprach sich für den Austausch der Gemeinderäte, der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes aus. Die Ausbildung wird von der EU gefördert und gemeinsame Projekte sind eine große Chance für die Partnerschaft. Auch der Tourismus kann über die Partnerschaft näher gebracht werden. Bürgermeister Ullrich stellt als Fazit fest: Diese Treffen sollten genutzt werden, um auf kommunalpolitischer Ebene die Gemeinderäte und Kommunalverwaltungen zusammen
zu bringen.
Bei dem konkreten Projekt „EU-Dienstleistungs-Richtlinien im Rahmen des Binnenmarktes“ kann z. B. ein Handwerker aus Alpirsbach Arbeiten in Neuville übernehmen. Welche Auswirkungen dies haben kann, ist zu überprüfen.
Der anschließende Besuch des Parlamentsgebäudes mit dem imposanten Plenarsaal war beeindruckend.
Beim Besuch der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl begrüßte Rektor Prof. Paul Witt die Gäste. Besonders begrüßte er Bürgermeister Ullrich, der während seiner Amtszeit als Hauptamtsleiter der Stadt Rheinau, einen Lehrauftrag an der Verwaltungsschule in Kehl hatte.
Im Euro-Institut in Kehl, einem Institut für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, referierte die stellvertretende Direktorin Anne Thevenet über das Thema „Die wichtigsten Strukturmerkmale des deutschen und französischen politisch-administrativen Systems - eine vergleichende Darstellung“.
 Evelyne Gebhardt und Bürgermeister Ullrich beim Treffen in Straßburg
EU-Abgeordnete Evelyne Gebhardt (SPD) und
Bürgermeister Reiner Ullrich

Bürgermeister Ullrich und Daniel Caspary beim Treffen in Straßburg
Bürgermeister Reiner Ullrich und EU-Abgeordneter
Daniel Caspary (CDU)

Die Delegationen aus Alpirsbach und Neuville mit den Bürgermeistern Ullrich und Jean-Claude Ollivier beim Treffen in Straßburg
Die Delegationen aus Alpirsbach und Neuville mit den
Bürgermeistern Reiner Ullrich und Jean-Claude Ollivier (Mitte)