Sitzung des Ortschaftsrates Römlinsdorf am
30. November 2009

1. Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum
- Information über die Ausschreibung des Modellprojekts „Eindämmung des Landschaftsverbrauch durch Aktivierung des innerörtlichen Potentials (MELAP+)

Das Ministerium Ländlicher Raum hat am 06.11.2009 im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum das Programm „MELAP+“ ausgeschrieben und damit soll das in den Jahren 2003 bis 2008 durchgeführte Model-Projekt zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch Aktivierung des innerörtlichen Potentials weiterentwickelt werden. Ziel des Projekts war es, in 13 ausgewählten Kommunen – in unserem Raum waren die Ortsteile Unter- und Oberiflingen der Gemeinde Schopfloch aufgenommen – modellhafte Lösungen zur Aktivierung innerörtlicher Potentiale zu entwickeln, die auch auf andere Gemeinden des ländlichen Raumes übertragbar sind.
Im Umsetzungszeitraum 2010 bis 2015 sollen daher auch anhand von Modellen und übertragbaren Innenentwicklungsprojekten Vorgehensweisen entwickelt werden, die darauf abzielen, die Innenentwicklung zu stärken, Ortskerne zu beleben und so die Ausweisung von Neubaugebieten (Wohnen) zu vermeiden.
Der Ortschaftsrat vertrat im Rahmen der Diskussion übereinstimmend die Auffassung, dass man sich von Seiten der Stadt Alpirsbach an dem Wettbewerb und weiterführenden Modellprojekt beteiligen sollte, zumal speziell im Stadtteil Römlinsdorf einige Gebäude in der Ortslage leer stehen, sanierungsbedürftige Bausubstanz in erheblichem Umfang vorhanden ist und auf der anderen Seite durch die demografische Entwicklung – Gebäude teilweise nur noch mit einer Person bewohnt – die Situation in Zukunft noch verschärft wird.
Ein Thema in der Diskussion war dann auch die Frage der Bürgerbeteiligung und hierzu wurde vom Ortsvorsteher festgestellt, dass die Motivation und Beratung der Gebäudeeigentümer ein wesentliches Element des MELAP+ -Programms darstelle.
Gefordert ist bereits ein konstruktives Zusammenwirken zwischen Bürgerschaft, Gemeindeverwaltung und Planer im Rahmen der Erarbeitung des erforderlichen Entwicklungskonzepts.
Der Empfehlungsbeschluss des Ortschaftsrates an den Gemeinderat erfolgt einstimmig, im Rahmen des MELAP+ -Programms sich als Modellgemeinde mit dem Ortsteil Römlinsdorf zu bewerben; ein Nachziehen mit anderen Ortsteilen die ähnlich strukturiert sind wäre durchaus möglich. Die notwendigen finanziellen Mittel für die Erarbeitung des erforderlichen Innenentwicklungskonzepts sollten im Rahmen der Haushaltsplanberatung 2010 zur Verfügung gestellt werden, nachdem die Bewerbungsfrist auf 30.04.2010 fixiert ist. Verwaltungsseitig wäre dann mit einem entsprechenden Planungsbüro zur Erarbeitung des angesprochenen Konzepts Kontakt aufzunehmen.

2. Ergebnis des Strukturgutachtens zur künftigen Abwasserbeseitigung im Stadtteil Römlinsdorf
In der Gemeinderatssitzung am 17.03.2009 war die Erstellung eines Strukturgutachtens über die künftige Abwasserbeseitigung im Stadtteil Römlinsdorf vergeben worden. Veranlassung dafür war, dass das Pumpwerk in Römlinsdorf in der Vergangenheit immer wieder in der Diskussion war im Hinblick auf Betriebssicherheit, Wartungs- und Energiekosten sowie im Hinblick auf seine Wirtschaftlichkeit ganz generell. Da in der benachbarten Kläranlage Fluorn-Winzeln Ergänzungs- und Sanierungsmaßnahmen anstehen, kam zusätzlich von dort die Anfrage, ob von der Stadt Alpirsbach Interesse bestünde, dass Abwasser aus Römlinsdorf dorthin zu befördern und die Anlage dann eventuell gemeinsam zu betreiben.
Für die Stadt Alpirsbach war somit zu klären, ob es Sinn macht dort anzuschließen oder ob es noch andere Alternativen zum bestehenden Pumpwerk gibt; daher wurden folgende Alternativen untersucht:
a) Anschluss an die Kläranlage Fluorn-Winzeln
b) Anschluss an die Kläranlage Betzweiler-Wälde
c) Optimierung und Unterhaltung der bestehenden Anlage mit
Pumpwerk
d) Abbruch der bestehenden Pumpanlage und Neubau einer
Kleinkläranlage für Römlinsdorf.
Die Untersuchung bzw. das zwischenzeitlich vom Büro Kirn erstellte Strukturgutachten wurde am 03.11.2009 im Gemeinderat vorgestellt und es habe – so der Ortsvorsteher – für viele ein überraschendes Untersuchungsergebnis erbracht.
Als Ergebnis ist festzustellen, dass die Erhaltung der vorhandenen Struktur – also des Pumpwerks – unter Berücksichtigung der Anfangsinvestitionen, der Betriebskosten als auch - auf einen Betrachtungszeitraum von 50 Jahre gerechnet - der Projektkosten-Bar-Wert mit 1.758.400,00 € am günstigsten abschließt und der Anschluss z. B. an die Gemeinde Betzweiler-Wälde mit 2.463.940,00 € die teuerste Lösung darstellen würde.
Das vorliegende Strukturgutachten zeigt also auf, dass für den Ortsteil Römlinsdorf aus derzeitiger Sicht keine wirtschaftlich vertretbare Alternative zum Erhalt der bestehenden Struktur besteht. Das Ergebnis ist so eindeutig, dass in dem Gutachten empfohlen wird, die bestehende Situation zu erhalten. Im Bereich des Regenüberlaufbeckens bzw. des Pumpwerks Römlinsdorf sollte jedoch mit folgenden Maßnahme zeitnah eine Optimierung der bestehenden Anlage realisiert werden:
1. Fremdwassersanierung
2. Geröllfang/Grobrechen im Zulauf des RÜB
3. Sanierung/Erneuerung der Pumpe
4. Überprüfung und gegebenenfalls Sanierung der bestehenden
Druckleitung Erneuerung der Elektro-, Mess- und Regeltechnik
5. Ausbau der Fernüberwachung
Die Mitglieder des Ortschaftsrates nehmen das Untersuchungsergebnis zur Kenntnis, sprechen sich dann einstimmig dafür aus, die empfohlene Fremdwassersanierung bereits im Jahr 2010 anzugehen, zumal nach den Untersuchungen im Pumpwerk Römlinsdorf bei der Jahresfördermenge der Fremdwasseranteil bei ca. 80% liegt. Nach dem Zielwert sollte der Fremdwasseranteil auf einen Wert zwischen 50% und 60% reduziert werden.
Auch die übrigen empfohlenen Sanierungsmaßnahmen für das Pumpwerk Römlinsdorf sollten in den Folgejahren zeitnah realisiert werden, zumal sämtliche Maßnahmen zu einer direkten Verbesserung des Betriebsergebnisses führen.

3. Bausachen:
Folgendem Bauvorhaben wurde von Seiten des Ortschaftsrats zugestimmt:
Neubau Zentrale mit Behälter – Sprinkleranlage, auf Flst. 237/1 und 231/4, Peterzeller Str. 10, Gemarkung Römlinsdorf

4. Bekanntgaben:
4.1 Der Technische Ausschuss hat sich in seiner Sitzung am 27. Oktober 2009 mit der Ausbreitung der Neophyten (exotische Pflanzenarten/Neubürger im Pflanzenreich) befasst, wobei sich insbesondere um den Riesen-Bärenklau, das Indische Springkraut, den japanischen Staudenknöterich, die Kanadische Goldrute und die beifußblättrige Ambrosie handelt. Nachdem einzelne dieser Pflanzen auch bereits auf unserer Gemarkung auftreten und unerwünschte Auswirkungen auf unsere heimischen Pflanzenarten, Lebensgemeinschaften oder Biotope zu befürchten sind, will man sich mit dem Thema auch in absehbarer Zeit im Gemeinderat befassen. Um einen Überblick über das Vorkommen dieser Pflanzen auf unserer Gemarkung zu bekommen, sollten festgestellte Vorkommen bei den Ortschaftsverwaltungen gemeldet werden.
4.2 Die im Rahmen der Gebäudeunterhaltung angemeldete Instandsetzung des Holzwerks der Leichenhalle des Friedhofs Römlinsdorf wurde bislang nicht durchgeführt und nachdem das gesamte Bauwerk keinen ansprechenden Eindruck mehr macht, stellt sich die Frage, ob man das unansehliche Sichtbauwerk aus Kalksandstein nicht verputzen sollte.
Der Ortschaftsrat wünscht, dass vom Stadtbauamt untersucht wird, ob das Kalksandstein-mauerwerk mit einem Verputz versehen werden kann und ob die Maßnahme gegebenenfalls vom städtischen Maler durchgeführt werden kann oder vergeben werden muss und gegebenenfalls mit welchen Kosten die Maßnahme zu Buche schlagen würde.
In dem Zusammenhang wird vom Ortschaftsrat zusätzlich angeregt, das Kriegerdenkmal – das an der Stirnseite des Friedhofs steht – grundlegend zu reinigen, zumal der Stein ziemlich Moos angesetzt hat und zum anderen die Inschriften schlecht zu lesen sind.
4.3 Die Wanderwegebeschilderung auf Gemarkung Römlinsdorf wurde am 21.11.2009 von Mitgliedern des Schwarzwaldvereins vervollständigt und damit ist nunmehr eine durchgängige Wanderwegbeschilderung mit den Nachbarorten Dornhan, Marschalkenzimmern, Hochmössingen und Fluorn vorhanden. Die Mitglieder des Ortschaftsrates begrüßen die Aktion und stellen fest, dass die Vervollständigung der Beschilderung eine sehr nützliche Hilfe und Orientierung für die Wanderer darstellt.
4.4 Die Nutzung des Steinbruchgeländes einschließlich der Freizeithütte durch jüngere Jugendliche war Gegenstand einer Anfrage in der letzten Ortschaftsratssitzung.
Ortsvorsteher Schwenk berichtet darüber, dass mit den derzeitigen Betreuern der Freizeitanlage ein Gespräch stattgefunden und sich Lösungsmöglichkeiten abgezeichnet haben, wie auch anderen Jugendlichen die Nutzung der Freizeitanlage ab dem nächsten Jahr ermöglicht werden kann. Es sei abgesprochen, im Verlaufe des Januar die interessierten Jugendlichen zusammen mit den derzeitigen Betreuern der Anlage zu einem gemeinsamen Gespräch einzuladen und er sei überzeugt, so der Ortsvorsteher, dass man dann eine einvernehmliche Lösung finde, die den Interessen der Jugendlichen gerecht wird.