Sitzung des Gemeinderats am 10. Februar 2009

1. Bürgerfragestunde
Ein Bürger erkundigt sich nach der Umsiedlung der Tourist - Information ins Zentrum sowie nach den dadurch anfallenden Kosten.
Bürgermeister Ullrich erläutert, dass derzeit die Konzeption hierzu erarbeitet wird sowie Verhandlungen und interne Gespräche von der Verwaltung geführt werden. Außerdem hat der potenzielle Vermieter einen Architekten beauftragt.

2. Jahresbericht 2008 der Stadtbücherei Alpirsbach
Bürgermeister Ullrich begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt die Büchereileiterin Frau Eberhard und weist darauf hin, dass die Stadtbücherei Alpirsbach eine Bildungseinrichtung der Stadt sei, die der Allgemeinbildung diene und insbesondere auch fachspezifische Literatur und sonstige Medien biete anhand derer sich die Benutzer mit ausgewählten Themen befassen können. Darüber hinaus sei sie eine wichtige Einrichtung zur Förderung der Lesekultur und der Vermittlung von Wissen. Die Stadtbücherei biete ebenfalls Raum für Veranstaltungen und ergänze somit das Bildungs- und Kulturangebot der Stadt hervorragend. Er unterstreicht, dass es sich hierbei um eine wichtige Infrastruktureinrichtung handle, die sämtliche Bevölkerungskreise anspreche und weit über die Stadtgrenzen hinaus gerne in Anspruch genommen werde. Die Stadtbücherei unterstreicht die Funktion der Stadt als Unterzentrum und Bildungsstandort. Weiter erläutert er, dass die Nachfrage nach den angebotenen Medien erfreulicherweise sehr stark sei und zu einer Ausleihe von nahezu 32.000 Medien geführt habe, näheres zum Medienetat, zu weiteren Entwicklungsmöglichkeiten und zum Gesamtangebot der Stadtbücherei werden von der Büchereileiterin Frau Eberhard vorgetragen.

Frau Eberhard geht darauf ein, dass der Erfolg der neu eingeführten Jahresgebühr durch die gestiegenen Ausleihzahlen belegt werde, wobei im Jahr 2008 im Gegensatz zum Vorjahr eine Steigerung von ca. 24.000 auf ca. 32.000 ausgeliehenen Medien zu verzeichnen sei, was einer Erhöhung um 31% entspreche. Weiter verweist sie, dass das Jahresergebnis der Stadtbücherei Alpirsbach am Ende des Jahres 2008 eine durchweg positive Bilanz zeige. Zurückzuführen sei diese phantastische Steigerung auf zwei gravierende Neuerungen im vergangenen Jahr. Zum einen verweist sie auf die Einführung von Jahresgebühren zum 01.03.2008 und zum anderen auf die Internetpräsenz der Stadtbücherei über die Internetsuchmaschine „Findus“, über die alle Interessierten jederzeit Zugang zu ihren Leserkontendaten, aber auch zum gesamten Medienbestand der Stadtbücherei haben. Recherche, Leserkontenabfragen, Reservierungen und Verlängerungen seien so problemlos von Haus aus möglich. Die positive Entwicklung der Benutzer- und Ausleihzahlen könne allerdings nicht über die akute Platznot hinwegtäuschen, unter der die Stadtbücherei derzeit leide.
Dringend notwendig wäre hierbei die Einrichtung eines sog. Magazinbestandes, in dem wenig frequentierte oder aber ältere Medien, die nicht ganz aus dem Bestand genommen werden sollten, zwischengelagert und bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden könnten. Durch den Platzmangel bestehe auch die ungute Situation, dass man für neu gekaufte Medien, Medien aus dem aktuellen Bestand ausmustern müsse. Auch im vergangenen Jahr fanden wieder viele Veranstaltungen für Jung und Alt statt und die Stadtbücherei wurde erneut ihrer Bedeutung als Kommunikationszentrum in Alpirsbach gerecht. Die DVD-Abteilung wurde vorwiegend durch Erlöse des Bücherflohmarktes erweitert und biete ständig aktuelle Filme.

Für das Jahr 2009 habe sich das Team der Stadtbücherei das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Ausleihzahlen auf dem hohen Niveau zu halten, eine anspruchsvolle Arbeit, die nur mit großer Motivation und einer begeisterten Leserschaft zu erreichen sei. Außerdem seien auch für 2009 weitere Veranstaltungen wie Märchenstunden und Autorenlesungen oder Führungen für Schulklassen und Kindergartenkinder geplant. Der Medienbestand werde weiter aktualisiert und nach Möglichkeit werden Leserwünsche berücksichtigt. Des Weiteren geht Frau Eberhard auf die gut funktionierende Kooperation mit dem Bildungszentrum Sulzbergschule ein, dem regelmäßig Bücher für die Schüler zur Verfügung gestellt werden. Auch betont sie ausdrücklich, dass nicht nur Benutzer aus Alpirsbach sondern auch aus Schenkenzell, Schiltach, Loßburg, Freudenstadt, Dornhan oder Aichhalden als angemeldete Leser die Bücherei regelmäßig besuchten.

Bürgermeister Ullrich bedankt sich nochmals bei dem Team der Stadtbücherei für die engagierte Arbeit.

Von Seiten des Stadtrats wird ebenfalls der Dank für die engagierte und gute Arbeit des Teams der Stadtbücherei ausgesprochen.
Ein Stadtrat erhofft sich eine noch bessere Kooperation mit den Schulen und verweist auf die im Unterricht bereits eingeführten Lesestunden.

Ein weiterer Stadtrat betont nochmals die gute Annahme der Stadtbücherei Alpirsbach auch von außerhalb und hofft, dass auch in Zeiten schmaler Finanzen die Medienausstattung so beibehalten oder sogar erweitert werden könne.

3. Neuwahl des/der stellv. Ortsvorstehers/Ortsvorsteherin im Stadtteil Ehlenbogen
Bürgermeister Ullrich erläutert, dass nach dem plötzlichen Tod des stellvertretenden Ortsvorstehers des Stadtteils Ehlenbogen dieses Amt neu zu besetzen sei. Gem. § 71 der Gemeindeordnung werden die stellvertretenden Ortsvorsteher/Ortsvorsteherinnen vom Gemeinderat auf Vorschlag des Ortschaftsrates gewählt.

Der Ortschaftsrat Ehlenbogen hat sich in seiner Sitzung am 19.01.2009 mehrheitlich für die Ortschaftsrätin Margarete Rothfuß als stellvertretende Ortsvorsteherin ausgesprochen. Der Gemeinderat stimmt einstimmig dem Vorschlag des Ortschaftsrates Ehlenbogen zu.

4. Beschlussfassung über die im 2. Halbjahr 2008 eingegangenen Spenden
Bürgermeister Ullrich erläutert, dass aufgrund der gesetzlichen Regelungen der Gemeinderat formell über die Annahme der eingegangenen Spenden zu beschließen habe. Der Stadtrat bedankt sich ausdrücklich bei den Bürgern für die Unterstützung durch deren Spenden.
Der Annahme der in der vorgelegten Liste aufgeführten Spenden wird einstimmig zugestimmt.

5. Entwurf des Vermögensplans 2009 des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung sowie der Finanzplanung für die Jahre 2008 bis 2012
Bürgermeister Ullrich führt dazu aus, dass der Erfolgsplan der Abwasserbeseitigung bereits beraten und beschlossen wurde und in der heutigen Sitzung die Investitionen, geprägt durch das Abwasserbeseitigungskonzeptes insbesondere die Vorhaben in Ehlenbogen und im Gewerbegebiet Grundegert in Peterzell, beschlossen werden sollten. Hierbei darf die finanzwirtschaftliche Betrachtungsweise nicht außer Acht gelassen werden. Im Bereich der Abwasserbeseitigung sollte der Kostendeckung nachgegangen werden, wobei die Belastbarkeit des Gebührenzahlers nicht überstrapaziert werden dürfe. Er betont, dass sich das Gremium in der nächsten Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses bzw. im Rahmen der kommenden Haushaltsplanberatungen weiter mit dem Thema befassen werden müsse. Weiter verweist er auf die Sitzungsvorlage und übergibt Stadtkämmerer Wöhrle das Wort.
Herr Wöhrle führt aus, dass sich Investitionen im Abwasserbereich grundsätzlich nur auf solche Maßnahmen beschränken, die zur Fremdwasserreduzierung in der Kläranlage beitragen sollen sowie auf Maßnahmen zur Umsetzung des Abwasserbeseitigungs-konzepts der Stadt Alpirsbach und somit mit der Abwasserabgabe verrechenbar wären. Insbesondere seien für die Erweiterung des Gewerbegebiets Grundegert weitere Mittel in Höhe von 90.000 Euro (im Vorjahr 70.000 Euro) eingeplant. Für die Erweiterung des Baugebiets Hub ist die Planungsrate von 5.000 Euro eingestellt. Zur Fortführung der Kanalisationsmaßnahmen im Ortsteil Reinerzau ist eine Planungsrate von 17.000 Euro berücksichtigt. Für die Untersuchung von Möglichkeiten zur Ableitung des Quell- und Oberflächenwassers aus dem Kanalsammler im Bereich Brunnenstraße und Lindenstock im Ortsteil Römlinsdorf ist eine Planungsrate in Höhe von 5.000 Euro vorgesehen. Im Rahmen der Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes der Stadt Alpirsbach ist die Kanalisationsmaßnahme im Bereich Grezenbühl/Bachbauernhof mit einer Teilinvestitionssumme von 206.000 Euro berücksichtigt. Die Gesamtmaßnahme ist mit 344.000 Euro veranschlagt wobei der zweite Teilbetrag in Höhe von 138.000 Euro im Jahr 2010 vorgesehen ist. Für die Maßnahme wurde ein Zuschussantrag gestellt, der Zuschussanteil liegt nach den derzeitigen Förderrichtlinien bei 56 % so dass der Eigenanteil der Stadt Alpirsbach bei rd. 151.000 Euro liegen werde. Hiervon abzuziehen seien die noch zu erwartenden Abwasserbeiträge, die sich auf rd. 60.000 Euro belaufen, so dass der Stadt ein Nettoanteil von rd. 90.000 Euro bliebe, wobei dieser Betrag voll mit der Abwasserabgabe verrechnet werden könne. Zur Fortführung der Digitalisierung des Leitungsnetzes wurden 10.000 Euro in den Planentwurf eingestellt. Zur Fortführung des Fremdwasser-beseitigungskonzeptes im Bereich Reinerzau wurden im Vermögensplan weitere 7.000 Euro veranschlagt. Aus dem Vorjahr wird mit einem Finanzierungsfehlbetrag von voraussichtlich 345.940 Euro gerechnet, der im Jahr 2009 noch nachzufinanzieren sei. Zur Finanzierung der Ausgaben des Vermögensplanes ist eine Kreditaufnahme i. H. von 570.000 Euro erforderlich. Weiter wird mit Zuweisungen und Zuschüssen i. H. von 119.280 Euro gerechnet, mit Abwasserbeiträgen von 22.880 Euro und mit Abschreibungen und Anlagenabgängen i. H. von 789.080 Euro. Unter Berücksichtigung der Tilgungsleistungen beläuft sich die Nettoneuverschuldung auf rd. 112.000 Euro. Es wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die Abwasserabgabe voll auf die Gebühren niederschlagen würde und daher durch Investitionen umgangen werden sollte. Die Investitionen entsprechend des Abwasserbeseitigungskonzeptes sollten daher wenn nötig auch in kleineren Abschnitten durchgeführt werden. Dies werde auch zum Thema zwischen der Rechtsaufsicht und Vertretern der Stadt zum Thema gemacht werden.

Von Seiten des Stadtrates wird darauf hingewiesen, dass an der Kläranlage in Reinerzau aufgrund der Geruchsbelästigung unbedingt Kosten gesetzt werden müssen, um diese zu beheben. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die Anlage nur mit erhöhtem Wartungsbedarf betrieben werden könne. Ein Anschluss an die Hauptkläranlage sei hier sinnvoll.

Von Seiten des Gremiums wird betont, dass hier ein Ansatz mit eingeplant werden sollte bzw. neue Leitungen verlegt werden sollten, da die Maßnahme keinesfalls weiter verschoben werden könne.
Ein weiterer Stadtrat merkt an, dass grundsätzliche Überlegungen angestellt werden sollten wie aus dem Kreislauf Schuldentilgung und Investitionsmaßnahmen herausgekommen werden könne. Bürgermeister Ullrich verweist hier auf die Pflichtaufgaben der Stadt sowie auf die bestehenden Zug- und Sachzwänge die ins Verhältnis zur finanziellen Leistungskraft gesetzt werden sollten. Er betont nochmals, dass in diesem Fall weitere Beratungen folgen werden. Auch weist er darauf hin, dass es im Gegensatz zu anderen Gemeinden in Alpirsbach nicht die Möglichkeit gäbe, im Zusammenschluss mit anderen Gemeinden einen Zweckverband zu bilden. Ein Mitglied des Gemeinderats hält die Betrachtung der Qualität zwar für sehr notwendig, jedoch können die von übergeordneten Behörden immer neu geforderten Standards nicht ständig weitergeführt werden, da dies zu einer immer noch höheren Verschuldung führen werde. Gespräche mit den übergeordneten Behörden sollten deshalb unbedingt aufgenommen werden.
Von Seiten des Stadtrates wird nochmals betont, wie wichtig eine Beratung im Gesamtgemeinderat sei.

Ein Stadtrat weist darauf hin, dass man sich an die Beschlusslage aus den Vorjahren halten solle und zuerst Ehlenbogen durchführen und sich dann um die Geruchsbelästigung in Reinerzau kümmern sollte. Ein weiterer Stadtrat betont, dass man sich von den übergeordneten Behörden in die Schulden hat treiben lassen. Man könne nicht weiter mit dem Stand der Technik mitgehen und müsse sich gegen die Standards der übergeordneten Behörden wehren. Er erkundigt sich, ob es sinnvoll sei, die Maßnahme in Ehlenbogen in zwei Raten zu finanzieren anstatt die Maßnahme in einem Jahr voll fertig zu stellen. Von Seiten der Verwaltung wird darauf hingewiesen, dass es sinnvoll sei, den Betrag auf zwei Jahre zu splitten, da sich die Maßnahme über zwei Jahre hinziehen werde. Kredite für solche Maßnahmen werden erst aufgenommen, wenn absehbar ist, in welcher Höhe sie benötigt werden. Anschlussbeiträge können erst nach Fertigstellung der Maßnahme erhoben werden. Bürgermeister Ullrich weist darauf hin, dass eine Ablösung der Beiträge noch beraten werde. Auch erklärt er, dass bezüglich der Standards Gespräche mit den übergeordneten Behörden geplant seien. Von Seiten des Rats wird darauf hingewiesen, dass man in den Folgejahren keiner Neuverschuldung mehr zustimmen könne.

Bürgermeister Ullrich entgegnet, dass auf jeden Fall die Investitionen, die mit der Abwasserabgabe verrechnet werden könnten, eingeplant werden sollten. Ein weiters Ratsmitglied hält es für ehrlicher, die Kosten direkt an den Bürger weiter zu geben, da ansonsten nur weitere Kreditaufnahmen erforderlich seien, die mit noch mehr Kosten verbunden wären. Er fordert von der Verwaltung eine Aufstellung was in den kommenden Jahre dringend erledigt werden müsse, was erledigt werden könne und was nicht erledigt werden sollte und welche Kosten damit verbunden seien. Ein Stadtrat erkundigt sich wie die Abwasserabgabe gesenkt werden könne. Bürgermeister Ullrich erklärt, dass dies nur durch die Reduzierung des Fremdwasseranteils geschehen könne. Dieses Problem werde ebenfalls in den weiteren Beratungen dargestellt. Von Seiten der Verwaltung wird hinzugefügt, dass zwar nur die Beträge, die zur Fremdwasserreduzierung beitragen anrechenbar seien man dies aber nicht so differenziert sehen könne. Weiter wird von der Verwaltung darauf hingewiesen, dass sich Sanierungen in dem Jahr, in dem sie angefallen sind, voll auf die Gebühren niederschlagen.

Ein weiteres Mitglied des Gremiums betont, dass für die Zukunft Neuverschuldungen unbedingt zu vermeiden seien und, dass die Bürger frühzeitig darüber unterrichtet werden sollten, wenn vorgesehene Maßnahmen nicht durchgeführt werden. Den Bürgern müsse dann die Möglichkeit gegeben werden, dass sie eine Genehmigung ihrer Kläranlagen auf längere Zeit erhalten. Ein Stadtrat stellt den Antrag, dass die Kosten für die Beseitigung der Geruchsbelästigung in der Kläranlage Reinerzau in den Vermögensplan mit aufgenommen werden. Bürgermeister Ullrich schlägt vor, den Vermögensplan nach Kostenermittlung um diesen Betrag zu erweitern. Dem Vermögensplan einschließlich der Einplanung der Kosten für die Kläranlage in Reinerzau wird mit vier Gegenstimmen mehrheitlich zugestimmt. Von Seiten des Stadtrates wird Bezug nehmend auf die Finanzplanung für die kommenden Jahre eingeworfen, dass diesem so nicht zugestimmt werden könne, da man sich nicht bereits heute auf einen solchen Zeitraum festlegen möchte. Bürgermeister Ullrich entgegnet, dass es sich hierbei lediglich um nicht verbindliche Planansätze handelt. Von Seiten des Stadtrats wird nochmals betont, dass die Neuverschuldung in den kommenden Jahren so gering wie möglich gehalten werden sollte. Die Verwaltung erläutert nochmals, dass nur Maßnahmen, die in den kommenden Jahren durchgeführt werden könnten in die Finanzplanung aufgenommen wurden, diese jedoch nicht bindend seien. Der Finanzplan wird mit vier Gegenstimmen so beschlossen.

6. Entwurf des Vermögensplans 2009 des Eigenbetriebs Wasserversorgung sowie der Finanzplanung für die Jahre 2008 bis 2012
Bürgermeister Ullrich weist darauf hin, dass für die Sanierung des Hochbehälters Höhneck keine Zuschüsse beantragt werden können. Für diese Sanierungsmaßnahme sind Mittel in Höhe von 228.870 Euro veranschlagt. Die Maßnahme sollte bereits im Jahr 2008 in Angriff genommen werden, da jedoch der hierfür gestellte Zuschussantrag abgelehnt wurde, wurde die Maßnahme um ein weiteres Jahr verschoben. Da im Bereich der Wasserversorgung auch in den kommenden Jahren mit keinem Zuschuss zu rechnen sei, sich der Zustand des Hochbehälters jedoch von Jahr zu Jahr verschlechtere, ist aus Sicht der Verwaltung ein Hinausschieben der Maßnahme nichts mehr vertretbar. Für die Erweiterung des Gewerbegebietes Grundegert wurden zur Weiterführung der Maßnahme Restmittel i. H. von 70.000 Euro eingeplant. Ebenfalls soll die Digitalisierung des Leitungsnetzes auch im Jahr 2009 fortgesetzt werden. Hierfür werden die noch nicht verbrauchten Mittel i. H. von rd. 38.000 Euro verwendet. Da die Einnahmen der Wasserversorgung nicht ausreichen, um die Ausgaben komplett zu finanzieren, ist eine Kreditaufnahme i. H. von 500.000 Euro erforderlich. Bei einer Tilgungsleistung von 240.600 Euro beträgt die Nettoneuverschuldung 259.400 Euro.

Ein Stadtrat erkundigt sich, warum für den Bereich Höhnweiler in Jahr 2011 in der Finanzplanung 200.000 Euro vorgesehen seine. Von Seiten der Verwaltung wird erläutert, dass ein Anschluss des Bereichs Hönweiler an die Wasserversorgung derzeit noch ungewiss sei, jedoch in den kommenden Jahren durchaus möglich. Weiter wird von Seiten der Verwaltung erklärt, dass die Anlagen zur Wasserversorgung im Bereich Hönweiler derzeit nicht mehr zugelassen seien und von den Bürgern ein Anschluss an die städtische Wasserversorgung gewünscht werde. Der Stadtrat entgegnet, dass man in diesem Fall wieder eine massive Neuverschuldung in Kauf nehme. Bürgermeister Ullrich sagt auch hier Verhandlungen mit der Wasserbehörde zu. Von Seiten des Gremiums wird außerdem angemerkt, dass eine sichere Wasserversorgung zwar teurer sei, aber dennoch sinnvoll. Ein Mitglied des Stadtrats erklärt, dass eine Gewinnerzielung im Bereich des Eigenbetriebes Wasser nicht als sinnvoll erachtet wird, da die Wassergebühr bereits ohne Gewinnerzielung sehr hoch sei. Er erkundigt sich, ob die Maßnahme am Hochbehälter Höhneck nicht verschoben werden könne. Von Seiten der Verwaltung wird erklärt, dass aufgrund des Zustandes des Hochbehälters das Risiko sehr hoch sei, dass beim nächsten Rohrbruch der Hochbehälter leer laufe. Die Wasserversorgung sei somit unterbrochen und im Brandfall gäbe es kein Löschwasser mehr. Von Seiten des Stadtrates wird darauf hingewiesen, dass der Hochbehälter sehr marode sei. Ein Stadtrat schlägt vor, die Maßnahme im Jahr 2011 in Hönweiler auszuklammern.

Ein weiterer Stadtrat weist darauf hin, dass auch im Bereich der Wasserversorgung einer Neuverschuldung nicht zugestimmt werden könne. Von Seiten des Gremiums wird darauf hingewiesen, dass zumindest die Planung im Bereich Hönweiler sehr wichtig sei, damit man reagieren könne, sollte die Quelle weg brechen. Ein weiterer Stadtrat weist darauf hin, dass er die Bezuschussung der Wasserversorgung aus dem Kernhaushalt als nicht sinnvoll erachte. Weiter wird von Seiten des Gemeinderats darauf hingewiesen, dass es auch hier keine Neuverschuldung geben dürfe, die Kosten unbedingt überprüft werden müssen, da der Planung so nicht zugestimmt werden könne. Ein weiterer Stadtrat erkundigt sich, ob aus dem Konjunkturprogramm II Zuschüsse fließen könnten.

Bürgermeister Ullrich erläutert, dass dieses Konjunkturprogramm für die Wirtschaft stimulierend sein sollte und es daher keine Förderungsmöglichkeiten in gebührenfinanzierten Bereichen gebe. Dem Vermögensplan der Eigenbetriebe Wasserversorgung für das Jahr 2009 wird bei zwei Gegenstimmen mehrheitlich zugestimmt.
Ein Stadtrat stellt den Antrag, den Bereich Hönweiler im Jahr 2011 herauszunehmen, jedoch die Planungskosten einzustellen. Dem Antrag wird bei drei Gegenstimmen zugestimmt.

Der Finanzplan mit Änderung wird mit sieben Gegenstimmen mehrheitlich beschlossen.

7. Bausachen
Der Gemeinderat stimmt vorbehaltlich der Zustimmung des Ortschaftsrates folgendem Bauvorhaben zu:
Anbringung von 2 Leuchtbändern an der Fassade, Flst. 37/4, Kinzigtalstraße 95, Gemarkung Ehlenbogen

8. Bekanntgaben
Bürgermeister Ullrich erklärt, dass die Vermarktung der Feuerwehrgerätehäuser in Römlinsdorf und Reutin sowie des Schlachthauses in Peterzell, die zur Finanzierung des neuen Feuerwehrgerätehauses eingeplant waren, in Angriff genommen und ausgeschrieben werden.

Bürgermeister Ullrich erklärt, dass ein Unternehmen vorschlägt, den DSL-Anschluss in den Höhenstadtteilen durch sog. Richtfunk zu realisieren. Bürgermeister Ullrich lädt hierzu die Bevölkerung in den Höhenstadtteilen zu einer Bürgerversammlung am Montag, den 16.02. 2009 ein, wo über diese Lösungsmöglichkeit informiert wird.

Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung:
Bürgermeister Ullrich gibt bekannt, dass die diesjährige Praktikantin Frau Hitt im Bereich des Jugendreferats in ein befristetes Beschäftigungsverhältnis übernommen wurde. Sie soll überwiegend im Rahmen des Ordnungsdienstes, insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende, aufgrund der bereits diskutierten Problemsituation in Alpirsbach eingesetzt werden soll. Aufbauend auf ihrer Ausbildung und ihrer Erfahrung mit Jugendlichen soll sie auf diese einwirken. Sie wird dabei vom Jugendreferat und vom Ordnungsamt unterstützt.

Des Weiteren erklärt Bürgermeister Ullrich, dass 15.000 Euro Finanzmittel für Archivarbeiten für ein weiteres Jahr zur Verfügung gestellt wurden.