Deutschland zeigt Flagge für Tibet

Deutschland zeigt Flagge für Tibet

Im Jahre 1996 startete eine der politisch bedeutendsten und eindrucksvollsten Aktionen der weltweiten Tibet-Bewegung, die Kampagne "Flagge zeigen für Tibet". Städte und Gemeinden hissen aus Sympathie für die gewaltlose, versöhnliche Politik des Dalai Lama auf Rathäusern und Ämtern die tibetische Fahne. Sie bekräftigen damit das legitime Recht des tibetischen Volkes auf Selbstbestimmung und Bewahrung seiner kulturellen, religiösen und nationalen Identität.

Die tibetische Nationalfahne, in deren Zentrum zwei Schneelöwen vor einem schneebedeckten Berg stehen, über dem die Sonne aufgeht, ist das äußere Symbol des Rechts der Tibeter auf Eigenständigkeit. Sie fußt tief in der tibetischen Tradition. Die Schneelöwen stehen für die Regierung, die geistliche und weltliche Macht vereint. Die aufgehende Sonne symbolisiert das immer wiederkehrende Leben und der überdimensionale rote und blaue Strahlenkranz die sechs alten Völker Tibets sowie die vom Himmel kommende Ordnung, die bewahrt und beschützt werden muss.

Aufgrund ihrer Symbolik ist die tibetische Nationalfahne in Tibet selbst streng verboten. Ihr Besitz oder ihre öffentliche Zur-Schau-Stellung zieht selbst für Ausländer harte Strafen nach sich.

Um so wichtiger ist es, dort Flagge zu zeigen, wo der chinesische Einfluss nicht hinreicht. Die beteiligten Bürgermeister und Landräte machen das deutlich. Sie setzen nicht nur ein Zeichen für ihre Sympathie gegenüber der tibetischen Sache; sie erinnern zudem daran, dass es sich um einen Konflikt handelt, der nicht nur unter dem Aspekt der Menschenrechtsverletzungen betrachtet werden kann. Es geht auch um völkerrechtliche Grundsätze und es geht um die Frage von Recht und Unrecht; Unrecht, das dem tibetischen Volk bis heute angetan wird. Gerade wir Deutschen sind aufgrund unserer eigenen geschichtlichen Erfahrung besonders gefordert, auch für das Recht der Tibeter auf Selbstbestimmung einzutreten. Der Dalai Lama verdient Anerkennung und Unterstützung als rechtmäßiger Vertreter des tibetischen Volkes.

Bei der Anzahl der Teilnehmer liegt Deutschland weltweit an der Spitze. 1996 waren es 21 Städte, die dem Ruf der TID gefolgt sind und die Flagge gehisst haben. Nach 78 Teilnehmern im zweiten Jahr der Aktion wurde 1998 mit 121 beteiligten Orten zum ersten Mal ein dreistelliges Ergebnis erzielt; im Jahr 2007 waren es 783 deutsche Städte und Gemeinden, in denen am 10. März die tibetische Flagge gehisst wurde, darunter die Landeshauptstädte Düsseldorf, Hannover, Magdeburg, Mainz, Potsdam, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden. Von List auf Sylt bis Lindau am Bodensee und von Aachen bis Frankfurt [Oder] reicht das Band der Solidarität. Häufig nehmen Oberbürgermeister oder Landräte an Gedenkfeiern im Zusammenhang mit der Flaggenaktion teil; auch die lokale Presse berichtet ausführlich, da die gesamte Aktion flächendeckend über Deutschland stattfindet. In ganz Europa hissen mehrere tausend Städte am 10. März die tibetische Fahne, um ihre Unterstützung für das tibetische Volk zu bekunden.

Die Tibet Initiative Deutschland dankt den Verantwortlichen der Städte, Gemeinden und Landkreise für ihre Solidarität und ihr Bekenntnis zu globaler Verantwortung.

Tibetflagge