„Von Flüchtlingen zu Bürgern“ – Viele Ideen für Alpirsbach gesammelt

Nachbarschaftsgespräche

Die Stadt Alpirsbach lebt durch ihre Vielfalt. Der Alltag ist geprägt von einem friedlichen Miteinander von Jung und Alt, einheimischen und ausländischen, alteingesessenen und zugezogenen Bürgerinnen und Bürgern. Das gute Zusammenleben basiert insbesondere auf dem Engagement der Alpirsbacher Bürgerschaft, die mit hohem persönlichen Einsatz gesellschaftliche Integration praktisch lebt.

Zwischen April und Juli 2018 hat die Stadtverwaltung auf Initiative der Flüchtlingsbeauftragten Katharina Kimmerle fünf Diskussionsveranstaltungen unter dem Motto „Von Flüchtlingen zu Bürgern - Zusammenleben, aber wie?“ organisiert. Insgesamt besuchten über 100 Teilnehmende die Veranstaltungen, darunter viele Ehrenamtliche und Flüchtlinge, Mitglieder des Gemeinderats sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kindergärten, Schulen und Unternehmen.

Finanziert wurde die Reihe aus Mitteln des Staatsministeriums und des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg. Die Moderation der Veranstaltung übernahmen Danijel Paric vom Polis-Institut und Thomas Pfohl vom Beratungsunternehmen Taten.Drang.

Ziel der Nachbarschaftsgespräche
Ziel war es zum einen, gemeinsam die Situation der Flüchtlingsarbeit in Alpirsbach zu analysieren, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und dabei den reichen Erfahrungsschatz der engagierten Alpirsbacherinnen und Alpirsbacher und der Flüchtlinge nutzbar zu machen. Die Nachbarschaftsgespräche sollten das Forum sein, um unterschiedliche Akteure und Perspektiven zusammen zu bringen. Auf dieser Basis waren die Teilnehmenden aufgerufen, Ideen und Anregungen für Maßnahmen und Projekte von Stadtverwaltung und Ehrenamt zu entwickeln.

Die Ergebnisse der Nachbarschaftsgespräche dienen zum anderen als Ausgangspunkt für ein zukünftiges Integrationskonzept der Stadt Alpirsbach.

Aufbau der Veranstaltungsreihe
Die Reihe bestand aus vier Workshops.
In einer Auftaktveranstaltung am 26. April 2018 bearbeiteten die Teilnehmenden vier Themenbereiche: Kindergarten/Schule/Ausbildung/Arbeit, Akzeptanz von Flüchtlingen in der Bevölkerung, Wohnen und Freizeit. Alle Interessierten hatten hier die Gelegenheit, gemeinsam Bedarfe zu analysieren, lokale Erfolgsgeschichten, Herausforderungen und Potenziale zu identifizieren und Ideen für zukünftige Maßnahmen zu sammeln.

Die Reihe wurde am 8. und 9. Mai 2018 mit Workshops für die männlichen und weiblichen Geflüchteten in Alpirsbach fortgesetzt. Hier konnten die Flüchtlinge ihre eigenen Integrationserfolge reflektieren und gemeinsam positive Faktoren sowie Probleme und Herausforderungen definieren.

Die Alpirsbacher Ehrenamtlichen sind seit 2012 in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Viele wertvolle und zuweilen herausfordernde Erfahrungen prägten die Arbeit der vergangenen sechs Jahre. Dem trug ein Workshop für Ehrenamtliche am 18. Mai 2018 Rechnung. Die Teilnehmenden ließen im Workshop die lokalen Erfolge in der Alpirsbacher Integrationsarbeit Revue passieren, benannten aktuelle Herausforderungen und stellten die Weichen für die kommende Arbeit.

Am 04. Juli 2018 präsentierten Teilnehmende der Nachbarschaftsgespräche die Arbeitsergebnisse aus den einzelnen Workshops bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung im Haus des Gastes.

Das Zwischenfazit für die Integration der Flüchtlinge in Alpirsbach fiel positiv aus. Viel wurde bisher erreicht. Nun gilt es, den Weg von „Flüchtlingen zu Bürgern“ weiter gemeinsam zu gehen. Klar ist: Integration ist ein „Langstreckenlauf“, bei dem alle Akteure viel Durchhaltevermögen benötigen.

Bürgermeister Michael E. Pfaff fasste zusammen: „Wir dürfen auf die gelungene Integration der Flüchtlinge und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Alpirsbach stolz sein. Auch heute Abend wurde wieder deutlich, dass wir uns hier auf einem guten Weg befinden, den wir seitens der Stadtverwaltung gerne unterstützen".

Bürgermeister Pfaff und die Flüchtlingsbeauftragte bedanken sich im Namen der Stadtverwaltung bei allen Teilnehmenden für die rege Beteiligung, die konstruktiven Diskussionen und wertvollen Beiträge und Ideen.

Herzliche Einladung zum Mitmachen
Viele der in den Workshops erarbeiteten Ideen werden nun nach und nach umgesetzt. Dazu werden Stadtverwaltung, Flüchtlingsbeauftragte, Bürgerinnen und Bürger und Flüchtlinge eng zusammenarbeiten und gegenseitige Unterstützung benötigen.

Der Arbeitskreis Asyl, weitere Ehrenamtliche und die Flüchtlingsbeauftragte freuen sich immer über Unterstützung. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind jederzeit eingeladen, sich zu beteiligen. Ob dauerhaftes Engagement oder Mitarbeit bei einzelnen Aktionen oder Projekten – für jedes Interesse und jede Lebenssituation gibt es die Möglichkeit, dabei zu sein.

Wir laden Sie weiterhin ein, sich mit Ihrem Erfahrungsschatz, Ihrem Wissen, Ihrem Engagement und Ihren Ideen in den Integrationsprozess in Alpirsbach einzubringen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Kontaktaufnahme und weitere Informationen:
Katharina Kimmerle
Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Alpirsbach
Krähenbadstraße 2 (Bürgerbüro)
07444-9516-270
Katharina.Kimmerle@alpirsbach.de
 
Ergebnisse der Arbeitsgruppen der Auftaktveranstaltung
am 26. April 2018

Kindergarten, Schule, Ausbildung, Arbeit
Wohnen
Freizeit
Akzeptanz in der Bevölkerung
 
Ergebnisse der Workshops mit den Geflüchteten in Alpirsbach am 08. und 09. Mai 2018
Ergebnisse männliche Geflüchtete
Ergebnisse weibliche Geflüchtete
 
Ergebnisse des Workshops mit den Ehrenamtlich Engagierten am 18. Mai 2018
Ergebnisse Ehrenamt
 
Weitere Informationen
Förderprogramm „Nachbarschaftsgespräche“ ­ Website der „Allianz für Beteiligung“
Arbeitskreis Asyl Alpirsbach
Polis-Institut
Taten.Drang