Antrittsrede von Bürgermeister Michael Pfaff

Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Rückert,
liebe Bürgermeisterkollegen
meine sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
verehrte Gäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren
 
Sie sind heute – in so großer Anzahl – der Einladung zu meiner Amtseinführung gefolgt, dass es mir leider nicht möglich ist, jeden einzelnen von Ihnen namentlich zu begrüßen.
 
Sehen Sie mir das bitte nach – und durch diese pauschale, aber nicht minder herzlich gemeinte Begrüßung bleibt uns später, gewissermaßen im „nicht offiziellen Teil“ etwas mehr Zeit für persönliche Gespräche vor dem heute anstehenden EM-Halbfinale unserer Deutschen Mannschaft.
 
Heute, da ich zum ersten Mal als neugewählter Bürgermeister zu Ihnen und damit zur gesamten Gemeinde spreche, glaube ich drei Aufgaben erfüllen zu müssen:
 
- Als erstes möchte ich meinem Vorgänger, Herrn Reiner Ullrich im Namen der Gemeinde dafür danken, dass er mit unermüdlichem Einsatz und seiner ganzen Person das nicht so leichte Amt des Bürgermeisters zum Wohle unserer Stadt verwaltet hat. Sein Wirken für unsere Stadt wird einen festen Platz in unserem Gedächtnis haben.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch gleich bei meinem ersten Stellvertreter Herrn Holger Korneffel, recht herzlich bedanken, der in der Übergangszeit die Geschicke der Stadt bravourös gelenkt hat.
 
- Dann danke ich meinen Wählern für das Vertrauen, das sie mir geschenkt haben. In diesem Vertrauen liegt – das weiß ich – die Forderung nach Leistung. Was in meinen Kräften steht, soll geschehen, damit ich mich dem Vertrauen würdig erweise.
Ich möchte an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass es für mich in meinem neuen Amt, keine Anhänger oder Gegner gibt, sondern nur Bürger, für deren Wohl ich mich mit der ganzen Kraft einsetzen möchte.
 
- An Sie, meine sehr geehrten Gemeinderäte, richte ich die Bitte: Unterstützen Sie mich nach besten Kräften und helfen Sie mir in meiner Tätigkeit.
Der Gemeinderat ist das demokratisch gewählte Hauptorgan der Stadt. Daraus leite ich meine Verpflichtung ab, dem Gemeinderat nach Kräften so zuzuarbeiten, dass er seiner schwierigen kommunalpolitischen Aufgabe gerecht werden kann.
 
Dies bedeutet eine umfassende Sachinformation und die Bemühung um ein Vertrauensverhältnis. Zu keinem Zeitpunkt darf im Gemeinderat das Gefühl entstehen, dass die Verwaltung ihn „überrollt“ oder gar bewusst an ihm vorbeiarbeitet.
 
Respekt vor der Einrichtung Gemeinderat bedeutet aber auch, dass dieses Gremium mir, als dem von der Bürgerschaft gewählten Vorsitzenden und Verhandlungsleiter, Vertrauen und Respekt vor den Kompetenzen entgegenbringt.
 
Außer einer sachlichen Beratung, ist es vor allem eine offene, ehrliche Meinungsäußerung, die ich von jedem von Ihnen erwarte. Darin liegt die beste Garantie für ein gedeihliches Zusammenarbeiten.
 
Das Verhältnis zu Ihnen, liebe Mitarbeiter, soll vom Prinzip der eigenverantwortlichen Arbeit, geprägt sein. Selbstverständlich wird sich das Eine oder Andere, als Folge meines neuen Arbeitsstils ändern.
 
Die Chance zur Verantwortung heißt aber auch Pflicht zur Eigeninitiative. Ich erbitte von Ihnen Unterstützung, Loyalität und das Einbringen Ihres Fachwissens. Sie wiederum dürfen erwarten, dass Ihr wirtschaftliches Fortkommen nach Kräften gefördert und alle Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung angeboten werden.
 
Ich erhoffe mir, dass unsere gemeinsame Arbeit konstruktiv und reibungslos sein wird.
 
Es ist ja kein Geheimnis, dass die Arbeit im Rathaus  – und vor allem die des Bürgermeisters – aufmerksam beobachtet und kritisch bewertet wird. Nicht alle, sind mit allem einverstanden, was im Rathaus für richtig und gut befunden wird.
 
Das ist in der Demokratie etwas ganz Selbstverständliches, denn sie lebt schließlich von der Auseinandersetzung um die beste Lösung. Um diese zu finden bedarf es einen intensiven Meinungsaustausch. Daran ist mir auch in Zukunft gelegen. Dabei wird maßgebend für meine Arbeit sein:
- sachorientiert, problembewusst und unvoreingenommen Probleme anzupacken und nach Lösungen zu suchen,
- neue Aufgaben mit Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit und mit dem Mut zu neuen Impulsen in Angriff zu nehmen,
- Neutralität, Transparenz sowie Offenheit und Bürgernähe zu praktizieren.
 
Ich möchte in diesem Augenblick darauf verzichten, ein umfangreiches Programm für meine bevorstehende Amtszeit vorzulegen. Ich habe genug Erfahrung – um zu wissen – dass es zunächst notwendig ist, eine gründliche Bestandsaufnahme vorzunehmen und die Wünsche der Bürgerschaft und der Wirtschaft sorgfältig zu analysieren.  Diese Erkenntnisse müssen zusammengetragen und in Einklang gebracht werden, mit den finanziellen Möglichkeiten unserer Stadt.
 
Es wird mir daher ein wichtiges Anliegen sein, durch langfristige und in den verschiedenen Fachbereichen miteinander vernetzte Planungen, klare Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Dies erfordert auf unserer Seite Arbeit und Zeit, bei Ihnen, liebe Mitbürger, Geduld und Bereitschaft, Wünsche und Möglichkeiten einander anzupassen.
 
Weil ich um die Schwierigkeit weiß, dass Person und Leistung vor Ihrem Urteil bestehen müssen, bitte ich Sie gleichzeitig darum, mir angemessen Zeit zur Einarbeitung zu lassen. Die sprichwörtliche 100-Tage-Frist wird dafür vielleicht nicht ausreichen. Eines dürfen Sie aber – vom ersten Augenblick an von mir erwarten:

- Liebe und Begeisterung für ein Amt, das ich seit langem
   angestrebt habe,
- unbedingten Einsatzwillen und die Bereitschaft, mein ganzes
   Fachwissen und meine erworbene Erfahrung für unsere Stadt
   einzusetzen.
 
Verehrte Bürgerschaft, Sie haben mir die Chance geboten, mein berufliches Ziel hier in meiner Heimatstadt zu verwirklichen. Somit haben Sie ein Anrecht darauf, dass ich Ihren Ansprüchen einigermaßen genüge. Deshalb möchte ich mich im Augenblick auf das Versprechen beschränken, dass ich mich persönlich nicht schonen werde, sondern mit ganzer Kraft, mit Begeisterung und Idealismus an meine neue Aufgabe herangehe.
 
Wenn Sie liebe Mitbürger, der Gemeinderat und die Mitarbeiter der Verwaltung, mir dabei helfen, dann können wir es schaffen, unsere Gemeinde in eine gute Zukunft zu führen.