Haushaltskonsolidierung im Mittelpunkt

Um den Bürgerinnen und Bürger die prekäre Haushaltssituation darzulegen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, haben Bürgermeister Reiner Ullrich und der Gemeinderat zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Bürgermeister Ullrich begrüßte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im Haus des Gastes. Die schlechte Haushaltslage dokumentierte Stadtkämmerer Rolf Wöhrle mit einigen Grafiken. Ab 2013 bis 2015 müssen insgesamt 3,2 Mio. Euro an Defiziten im Verwaltungshaushalt abgedeckt werden. In der Zeit von 1998 bis 2005 stieg die Verschuldung auf über 18 Mio. Euro, die auf 14,4 Mio. Euro bis Ende 2012 abgebaut werden soll. Bürgermeister Ullrich zeigte die demografische Entwicklung, die negative Auswirkungen auf die Stadt haben werden auf und ging auf die Kindergartensituation ein. Seit 2003 nimmt die Bevölkerung kontinuierlich ab und bis 2030 wird dieser Trend aufgrund von Geburtenrückgängen und Wegzug von jungen Menschen (18- 35 jährige) anhalten. Dieser Trend trifft auf den gesamten Landkreis zu. Bis 2030: 7000 Einwohner weniger, so die Prognose. Diese Entwicklung führt zu nicht mehr bezahlbaren Überkapazitäten bei den vorhandenen Kindergartenplätzen für die 3- 6 jährigen. Gleichzeitig sind aber noch Betreuungsplätze für 1- 3 jährige zu schaffen. Die Lösung, so Bürgermeister Ullrich, wäre mehr Zusammenlegung von Einrichtungen, um ein mehr an Betreuungsangeboten in größeren Einrichtungen zu schaffen. Das Konzept lautet: Schließung Reinerzau Herbst 2012, Herrichtung von ehemaligen Wohnräumen im Kindergarten Rötenbach, zunächst zur Unterbringung von Kiga-Gruppe vom Brenner-Kindergarten ab Herbst 2013 und weiterer Ausbau der Kleinkinderbetreuung, ab Herbst 2013. Ein Kindergarten mit zwei Gruppen dauerhaft für die Höhenstadtteile entweder zentral in Römlinsdorf oder je eine Gruppe in Römlinsdorf und Beibehaltung einer Gruppe in Reutin, aber unter gemeinsamer Leitung; Einsparpotenzial bis zu 170.000,00 Euro, pro Jahr. In fünf Jahren hätte man im Vergleich zur Beibehaltung der jetzigen Situation 850.000,00 Euro eingespart. Eine Entscheidung für den Kindergartenausbau in Rötenbach, vorgestellt von Stadtbaumeister Bernd Hettich, wird erst nach Vorlage der Kostenplanung getroffen. Über die Kindergärten hinaus gibt es aber noch andere Bereiche bei denen Einsparungen möglich und gleichermaßen notwendig sind, z. B. wird die Studie der Hochschule Kehl aufzeigen, welche Einsparungen bei der Verwaltung durch die inter-kommunale Zusammenarbeit mit Loßburg oder im Tourismusbereich mit Freudenstadt möglich wären. Außerdem soll die Vermarktung von Bauplätzen intensiviert werden, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Fraktionsvorsitzenden Walter Berz, CDU/FWV und Dieter Armbruster, SPD, versuchten anhand von Beispielen, den Sparzwang der Stadt Alpirsbach zu verdeutlichen. Am Ende der Versammlung  fand Engelbert Gutmann eine positive Bewertung: „Alpirsbach hat die geringste Arbeitslosigkeit, gute Schulen und Kindergärten sowie eine geringe Kriminalität. Etwas Besseres als hier in Alpirsbach zu leben könne einem nicht passieren.“


Buerger-2


Gremium


Fotos: Werner Hering